Ein kurzer Stromausfall genügt und Server, Storage, Firewall und Netzwerkkomponenten stehen plötzlich still. Bei zentralen IT-Systemen kann daraus schnell eine ernsthafte Betriebsunterbrechung entstehen.
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, kurz USV, setzt genau hier an. Sie überbrückt Störungen der Stromversorgung und schafft bei längeren Ausfällen Zeit, um kritische Systeme kontrolliert herunterzufahren. Voraussetzung dafür ist, dass Leistung und Laufzeit zur vorhandenen Infrastruktur passen.
Wie funktioniert eine USV?
Eine USV befindet sich zwischen Stromnetz und den zu schützenden IT-Komponenten. Fällt die Netzversorgung aus, übernimmt die Batterie der USV für einen begrenzten Zeitraum die Versorgung.
Je nach eingesetzter Technologie kann eine USV außerdem Störungen und Schwankungen der Netzversorgung ausgleichen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Offline-, Line-Interactive- und Online-USV. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, wie kritisch die angeschlossenen Systeme sind und welches Schutzniveau benötigt wird.
Eine USV ist dabei nicht als dauerhafte Ersatzstromversorgung gedacht. In vielen IT-Umgebungen besteht ihre wichtigste Aufgabe darin, kurze Ausfälle zu überbrücken oder genügend Zeit für ein geordnetes Herunterfahren bereitzustellen.
Welche Vorteile bietet eine USV?
Ein unkontrollierter Stromausfall kann mehrere zentrale Systeme gleichzeitig betreffen. Besonders kritisch wird es, wenn Server oder Storage-Systeme während laufender Schreibvorgänge abgeschaltet werden.
Eine korrekt ausgelegte USV kann deshalb:
- kurze Stromausfälle überbrücken,
- kritische Server und Netzwerkkomponenten weiter versorgen,
- Zeit für ein kontrolliertes Herunterfahren schaffen,
- bestimmte Störungen der Netzversorgung ausgleichen und
- unkontrollierte Ausfälle der IT-Infrastruktur vermeiden.
Die USV ist damit ein wichtiger Baustein für die Verfügbarkeit der IT. Sie ergänzt Maßnahmen wie Datensicherung und Redundanz, ersetzt diese jedoch nicht.
Wie lässt sich eine USV richtig dimensionieren?
Bei der Dimensionierung spielen vor allem zwei Faktoren eine Rolle: die benötigte Leistung und die gewünschte Überbrückungszeit.
Zunächst sollte festgelegt werden, welche Systeme überhaupt abgesichert werden müssen. Dazu gehören häufig:
- Server und Virtualisierungshosts,
- Storage-Systeme,
- Switches,
- Firewalls und Router sowie
- weitere kritische Netzwerkkomponenten.
Anschließend wird die Leistungsaufnahme dieser Geräte ermittelt. Bei den technischen Daten einer USV sind insbesondere die Angaben in Watt (W) und Voltampere (VA) relevant. Beide Leistungsgrenzen der ausgewählten USV müssen zur angeschlossenen Last passen.
Die USV sollte außerdem nicht unmittelbar an ihrer maximalen Leistungsgrenze ausgelegt werden. Eine sinnvolle Reserve berücksichtigt Lastspitzen und mögliche spätere Erweiterungen der IT-Infrastruktur.
Leistung allein reicht nicht: Die Laufzeit zählt
Eine leistungsstarke USV bedeutet nicht automatisch eine lange Überbrückungszeit. Entscheidend ist auch die verfügbare Batteriekapazität im Verhältnis zur angeschlossenen Last.
Deshalb sollte vor der Auswahl definiert werden, welches Ziel erreicht werden soll: Müssen nur kurze Unterbrechungen überbrückt werden? Sollen die Server bei einem längeren Stromausfall geordnet herunterfahren? Oder muss die USV überbrücken, bis eine zusätzliche Notstromversorgung übernimmt?
Für die konkrete Auslegung sollten die Laufzeitangaben des jeweiligen Herstellers bei der geplanten Last betrachtet werden.
Monitoring und kontrolliertes Herunterfahren
Auch die größte Batterie ist irgendwann erschöpft. Ohne weitere Maßnahmen würde die angeschlossene IT dann lediglich zeitversetzt unkontrolliert abgeschaltet.
Eine professionelle USV-Lösung sollte deshalb in das Monitoring der IT-Infrastruktur einbezogen werden. Kritische Zustände und Probleme mit der Batterie können so rechtzeitig erkannt werden.
Bei längeren Stromausfällen sollte außerdem ein kontrolliertes Herunterfahren der Systeme vorgesehen werden. Gerade in virtualisierten Umgebungen ist dabei die richtige Reihenfolge von virtuellen Systemen und den darunterliegenden Hosts zu berücksichtigen.
Auch eine USV benötigt Wartung
Die Batterien einer USV sind Verschleißteile. Alter, Nutzung und Umgebungsbedingungen beeinflussen ihre verfügbare Kapazität. Eine regelmäßige Überprüfung des Batteriezustands gehört daher zum Betriebskonzept.
Nur eine überwachte und funktionierende USV kann im entscheidenden Moment die erwartete Überbrückungszeit zur Verfügung stellen.
Die richtige Dimensionierung entscheidet
Eine USV kann einen Stromausfall nicht verhindern. Sie kann aber verhindern, dass daraus unmittelbar ein unkontrollierter Ausfall zentraler IT-Systeme entsteht.
Wer eine USV richtig dimensionieren möchte, sollte deshalb nicht nur die maximale Leistung betrachten. Die tatsächliche Last, die gewünschte Laufzeit, die Kritikalität der Systeme sowie Monitoring und kontrolliertes Herunterfahren gehören gemeinsam in die Planung.
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